23. Mai – 4. Oktober 2026
Mooni Perry
Ausstellung & Veranstaltungen
DISSOLUTIONS Sequence II
23. Mai – 4. Oktober 2026
Eröffnung 22. Mai 2026, 18 – 21 Uhr
Die zweite Sequenz des Jahresprogramms DISSOLUTIONS beginnt am 22. Mai mit einer Einzelausstellung der Künstlerin und Filmemacherin Mooni Perry. Erstmals in Europa wird die Videoinstallation EL (2025) gezeigt. Die von feministischen und spekulativen Lesarten ostasiatischer Geschichte inspirierte Ausstellung ist mit einem Veranstaltungsprogramm verknüpft, das ein Videoscreening von Montika Kham-on und Hanwen Zhang, die offene Reading Group Haunted Potentials sowie eine Performance von Luzie Meyer umfasst.
Die Videoinstallation EL (2025) bildet den Kern der Einzelausstellung von Mooni Perry im Kunst Raum Mitte. Perry arbeitet mit Musik, kollektiver Recherche und filmischer Inszenierung. Ausgangspunkt ist Perrys Auseinandersetzung mit den historischen und kulturellen Verflechtungen Ostasiens im Kontext der japanischen Kolonialherrschaft in Korea und Mandschukuo, einem 1932–1945 von Japan kontrollierten Marionettenstaat im Nordosten Chinas. Die Region wurde als Raum neuer Möglichkeiten beworben – getragen von Migration und Zukunftsversprechen. Diese Vision beruhte jedoch auf Zwang, Verdrängung und Menschenhandel, sichtbar etwa in der Geschichte der sogenannten „Trostfrauen“, die während des Krieges vom japanischen Militär zur sexuellen Sklaverei gezwungen wurden.
EL setzt an dieser raumzeitlichen Konstellation an. Im Zentrum steht das ehemalige Yamato-Hotel in Shenyang im Nordosten Chinas, dem früheren Mandschukuo. Als utopisch-exotische „Neue Welt“ inszeniert, erzählt das Video von der Begegnung zwischen einer koreanischen Dichterin und einer chinesischen Operndarstellerin. Ihr Aufeinandertreffen löst eine Kette traumhafter Sequenzen und Reflexionen aus, in denen das eigene Verortet-Sein befragt und Ruinen der Vergangenheit durchquert werden, wodurch Spuren der Lokalgeschichte auf unheimliche Weise in den Vordergrund treten. Atmosphärisch weitet sich das Video im Raum aus: Musik und historische Dokumente treffen aufeinander.
Im Kunst Raum Mitte verschiebt Perrys Interesse an ortsspezifischen Geschichtsschreibungen in den institutionellen Rahmen selbst: Das historische Gebäude – ursprünglich als Teil einer Schulanlage im Deutschen Kaiserreich errichtet, in der DDR als Hort genutzt und nach der Wende von kommunalen Kulturangeboten übernommen – wird als überlagerter Ort lesbar, der unterschiedliche historische und politische Kontexte in sich trägt und in eine fiktive Zwischenwelt verwandelt wird. Archivmaterialien des Kunst Raum Mitte gehen eine räumliche Nachbarschaft zu historischen Dokumenten von Perrys Arbeit ein: Die Grenzen zwischen lokaler und ostasiatischer Geschichte werden porös. Welche historischen Dimensionen bleiben an einem Ort unsichtbar, wie werden sie erzählt, von wem erinnert – und wodurch werden sie zum Leben erweckt?
Mooni Perry nähert sich diesen Fragen von Tradition und koreanischer Identität über eine künstlerische Praxis, die spekulative Fiktion, feministische Perspektiven und kollektive Recherche verbindet. In Resonanz mit ihren Arbeiten ist eine kuratierte Auswahl von Archivmaterialien der galerie weisser elefant zu sehen: In dieser Sequenz spiegelt eine räumliche Inszenierung flüchtige Momente des Durchquerens und Gastgebens wider. Seit der Umbenennung zum Kunst Raum Mitte im Jahr 2024 untersucht das Programm von Natalie Keppler und Agnieszka Roguski die Institutionsgeschichte der kommunalen Galerie, ordnet sie neu und verknüpft sie mit bisher wenig beachteten Kontexten sowie mit zeitgenössischer Kunst.
Die Ausstellung ist Teil der zweiten Sequenz des Programms DISSOLUTIONS, das Prozesse des Auflösens und Neuformulierens von Narrativen erkundet. Teil der Sequenz ist eine Reihe von Veranstaltungen mit Montika Kham-on, Luzie Meyer und Hanwen Zhang sowie die Reading Group Haunted Potentials.
Mooni Perry untersucht in ihrer künstlerischen Praxis diasporische Formen des Göttlichen sowie geschlechtlich geprägte Kosmologien in Ostasien und darüber hinaus. Sie ist Mitbegründerin des Asian Feminist Studio for Art and Research (AFSAR), einer Plattform für kollektive Forschung und künstlerische Praxis. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im CHAT (Centre for Heritage, Arts and Textile), Hongkong, in der Bangkok Kunsthalle, im National Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul, im Westfälischen Kunstverein, Münster, am KW Institute for Contemporary Art und im Neuen Berliner Kunstverein, Berlin, im Kai Art Center, Tallinn, sowie im ARKO Art Center, Seoul, gezeigt.
Kuratorin der Ausstellung: Agnieszka Roguski
Kuratorinnen des Programms: Natalie Keppler & Agnieszka Roguski
Kuratorin Haunted Potentials: Annika Reketat
DISSOLUTIONS
Mooni Perry
23.5. – 4.10.2026
22.5.2026
18:00 Eröffnung
26.6.2026 – 28.6.2026 Screening: Montika Kham-on, Hanwen Zhang
26.6.2026
17:00 Reading Group Haunted Potentials (mit Anmeldung)
19:00 Screening: Montika Kham-on, Hanwen Zhang
20:00 Talk: Montika Kham-on, AFSAR / Mooni Perry, Hanwen Zhang
2.7.2026
19:00 Performance von Luzie Meyer
17.7.2026
17:00 Reading Group Haunted Potentials (mit Anmeldung)
24.7.2026
18:00 Führung mit Mooni Perry & Agnieszka Roguski, Kuratorin der Ausstellung
DISSOLUTIONS Sequence II
23. Mai – 4. Oktober 2026
Eröffnung 22. Mai 2026, 18 – 21 Uhr
Die zweite Sequenz des Jahresprogramms DISSOLUTIONS beginnt am 22. Mai mit einer Einzelausstellung der Künstlerin und Filmemacherin Mooni Perry. Erstmals in Europa wird die Videoinstallation EL (2025) gezeigt. Die von feministischen und spekulativen Lesarten ostasiatischer Geschichte inspirierte Ausstellung ist mit einem Veranstaltungsprogramm verknüpft, das ein Videoscreening von Montika Kham-on und Hanwen Zhang, die offene Reading Group Haunted Potentials sowie eine Performance von Luzie Meyer umfasst.
Die Videoinstallation EL (2025) bildet den Kern der Einzelausstellung von Mooni Perry im Kunst Raum Mitte. Perry arbeitet mit Musik, kollektiver Recherche und filmischer Inszenierung. Ausgangspunkt ist Perrys Auseinandersetzung mit den historischen und kulturellen Verflechtungen Ostasiens im Kontext der japanischen Kolonialherrschaft in Korea und Mandschukuo, einem 1932–1945 von Japan kontrollierten Marionettenstaat im Nordosten Chinas. Die Region wurde als Raum neuer Möglichkeiten beworben – getragen von Migration und Zukunftsversprechen. Diese Vision beruhte jedoch auf Zwang, Verdrängung und Menschenhandel, sichtbar etwa in der Geschichte der sogenannten „Trostfrauen“, die während des Krieges vom japanischen Militär zur sexuellen Sklaverei gezwungen wurden.
EL setzt an dieser raumzeitlichen Konstellation an. Im Zentrum steht das ehemalige Yamato-Hotel in Shenyang im Nordosten Chinas, dem früheren Mandschukuo. Als utopisch-exotische „Neue Welt“ inszeniert, erzählt das Video von der Begegnung zwischen einer koreanischen Dichterin und einer chinesischen Operndarstellerin. Ihr Aufeinandertreffen löst eine Kette traumhafter Sequenzen und Reflexionen aus, in denen das eigene Verortet-Sein befragt und Ruinen der Vergangenheit durchquert werden, wodurch Spuren der Lokalgeschichte auf unheimliche Weise in den Vordergrund treten. Atmosphärisch weitet sich das Video im Raum aus: Musik und historische Dokumente treffen aufeinander.
Im Kunst Raum Mitte verschiebt Perrys Interesse an ortsspezifischen Geschichtsschreibungen in den institutionellen Rahmen selbst: Das historische Gebäude – ursprünglich als Teil einer Schulanlage im Deutschen Kaiserreich errichtet, in der DDR als Hort genutzt und nach der Wende von kommunalen Kulturangeboten übernommen – wird als überlagerter Ort lesbar, der unterschiedliche historische und politische Kontexte in sich trägt und in eine fiktive Zwischenwelt verwandelt wird. Archivmaterialien des Kunst Raum Mitte gehen eine räumliche Nachbarschaft zu historischen Dokumenten von Perrys Arbeit ein: Die Grenzen zwischen lokaler und ostasiatischer Geschichte werden porös. Welche historischen Dimensionen bleiben an einem Ort unsichtbar, wie werden sie erzählt, von wem erinnert – und wodurch werden sie zum Leben erweckt?
Mooni Perry nähert sich diesen Fragen von Tradition und koreanischer Identität über eine künstlerische Praxis, die spekulative Fiktion, feministische Perspektiven und kollektive Recherche verbindet. In Resonanz mit ihren Arbeiten ist eine kuratierte Auswahl von Archivmaterialien der galerie weisser elefant zu sehen: In dieser Sequenz spiegelt eine räumliche Inszenierung flüchtige Momente des Durchquerens und Gastgebens wider. Seit der Umbenennung zum Kunst Raum Mitte im Jahr 2024 untersucht das Programm von Natalie Keppler und Agnieszka Roguski die Institutionsgeschichte der kommunalen Galerie, ordnet sie neu und verknüpft sie mit bisher wenig beachteten Kontexten sowie mit zeitgenössischer Kunst.
Die Ausstellung ist Teil der zweiten Sequenz des Programms DISSOLUTIONS, das Prozesse des Auflösens und Neuformulierens von Narrativen erkundet. Teil der Sequenz ist eine Reihe von Veranstaltungen mit Montika Kham-on, Luzie Meyer und Hanwen Zhang sowie die Reading Group Haunted Potentials.
Mooni Perry untersucht in ihrer künstlerischen Praxis diasporische Formen des Göttlichen sowie geschlechtlich geprägte Kosmologien in Ostasien und darüber hinaus. Sie ist Mitbegründerin des Asian Feminist Studio for Art and Research (AFSAR), einer Plattform für kollektive Forschung und künstlerische Praxis. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im CHAT (Centre for Heritage, Arts and Textile), Hongkong, in der Bangkok Kunsthalle, im National Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul, im Westfälischen Kunstverein, Münster, am KW Institute for Contemporary Art und im Neuen Berliner Kunstverein, Berlin, im Kai Art Center, Tallinn, sowie im ARKO Art Center, Seoul, gezeigt.
Kuratorin der Ausstellung: Agnieszka Roguski
Kuratorinnen des Programms: Natalie Keppler & Agnieszka Roguski
Kuratorin Haunted Potentials: Annika Reketat
DISSOLUTIONS
Mooni Perry
23.5. – 4.10.2026
22.5.2026
18:00 Eröffnung
26.6.2026 – 28.6.2026 Screening: Montika Kham-on, Hanwen Zhang
26.6.2026
17:00 Reading Group Haunted Potentials (mit Anmeldung)
19:00 Screening: Montika Kham-on, Hanwen Zhang
20:00 Talk: Montika Kham-on, AFSAR / Mooni Perry, Hanwen Zhang
2.7.2026
19:00 Performance von Luzie Meyer
17.7.2026
17:00 Reading Group Haunted Potentials (mit Anmeldung)
24.7.2026
18:00 Führung mit Mooni Perry & Agnieszka Roguski, Kuratorin der Ausstellung